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„Tacit Knowledge“ – Vermittlung von implizitem Wissen in der Architektur und der Praxis des Bauens

Das Bauen ist ein kollektiver Prozess, an dem viele Aktoren beteiligt sind: Architekten und Ingenieure, aber auch alle die an der Realisierung teilnehmen. Sowohl im Entwurf als auch im Akt des eigentlichen Bauens wird Wissen vermittelt und geteilt. Oft entzieht sich diese Wissensvermittlung einer expliziten Beschreibung. Sie hat ihren Platz in der Praxis und bleibt damit implizit. Gegenstand des Forschungsprojekts ist die Untersuchung des Begriff tacit knowledge in Verbindung mit der Analyse kollektiver Prozesse in der Architekturproduktion und einer Vertiefung des Verständnisses des Baukulturbegriffs.

Der Entwurf wird dabei verstanden als ein heuristisches Verfahren der Wissenserhebung, in dem mit oft nur unvollständigen Informationen in kurzer Zeit praktikable Lösungen für vielschichtige Fragenkomplexe gefunden werden. Er generiert eine Form von Wissen, das sich aus der gemeinsamen Erfahrung des Prozesses speist, aber auch kulturelle Vorstellungen reflektiert. Wissenskulturen im architektonischen Entwurf gehen einher mit der Ausformung von Architekturkulturen, die ihre Grundlage im Austausch zwischen Entwerfern, Kritikern und Historikern haben. Im Forschungsprojekt “Tacit Knowledge” werden die verschiedenen Formen der Wissenserhebung im Entwurf und ihre Vermittlung in der handwerklichen Praxis des gemeinsamen Bauens untersucht. Dieses Projekt ist Teil eines Netzwerks von Forschern aus den den Universitäten Delft, Mailand (Politecnico di Milano), Stockholm, Oslo, Hannover, Wien (ABKW), London (Bartlett School of Architecture) und Antwerpen, an dem AGT Wuppertal federführend beteiligt ist.

 

Forschungsergebnisse:

Publikationen:

Christoph Grafe, „Projections“ – Entwerfende Forschung und kuratorische Praxis’, in : Margitta Buchert, Praktiken Reflexiven Entwerfens, Jovis, Berlin, 2016

Christoph Grafe, ‘Praxis oder Wissenschaftsdisziplin – Entwurf als Wissensermittlung’, Der Architekt, 6/2015

 

Ausstellungen:

Bravoure, Scarcity, Beauty, Ausstellung Architekturbiennale Venedig, 2016     

Forschungsschwerpunkte für Architekturgeschichte und Architekturtheorie: Revisionen der Moderne

Revisionen der Moderne untersucht die architektonischen Entwurfsauffassungen und –methoden, die vor dem Hintergrund der industriellen Revolution und dem Kontext der sozialen und kulturellen Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert. Besonderes Augenmerk erhalten die verschiedenen Versuche einer Revision der Ausgangspunkte der sogenannten klassischen Avantgarde der 1920er Jahre in der Zeit nach 1945 und vor dem Hintergrund des entstehenden Wohlfahrtsstaats in Westeuropa. Dieses Projekt ist eine Fortführung der existierenden Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Tom Avermaete (TU Delft). Publikation in Planung: Christoph Grafe, People’s Palaces – Culture, Politics and Architecture in post 1945 Europe, Amsterdam: Architectura et Natura (voraussichtliche Publikation 2013). Dieses Projekt wird mit einem Beitrag von 30.000 Euro finanziert
vom Stimulierungsfonds für Architektur, Rotterdam.

Geschichte und Theorie der Architektur der Moderne: Das Malerische und das Klassische - Grauzonen der sogenannten Moderne in der Architektur

Im Kontext des Projektes „Revisionen der Moderne“ behandelt dieses Forschungsprojekt alternative Entwicklungslinien in der Reformarchitektur des frühen 20. Jahrhundert.

„Interior Architecture – cultures of public sociability“

Dieses Forschungsprojekt bezieht sich auf die architektonischen und gestalterischen Instrumente beim Entwurf von halböffentlichen städtischen Räumen. Diese werden im ihrem sozialen, ökonomischen und kulturellen Kontext betrachtet und auf den Zusammenhang zwischen den räumlichen und konstruktiven Gegebenheiten und ihrer Wahrnehmung und Repräsentation.  
Buchpublikation in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Franziska Bollerey als Band 4 der Reihe Interior Architecture (Routledge, London), 2014

Rhein und Berg/ Rhine and Berg - Forschungslaboratorium zur Geschichte und Zukunftsentwicklung einer europäischen Kernregion

Ausgehend von der Umgebung des Bergischen Städtedreiecks untersucht das Rheinland Lab die historischen Entwicklungslinien der Region. Das Untersuchungsgebiet umfasst grundsätzlich die Bereiche die städtebauliche und architektonische Entwicklung des Gebiets als einer von der frühen Industrialisierung geprägten Region, und setzt sie in die weiteren Zusammenhänge im westeuropäischen Umfeld. Ziel des Projektes ist es, historische Bezüge und Potentiale in diesem Gebiet zu kartieren, analysieren und über gezielte Entwurfsuntersuchungen Material für die zukünftige planerische und architektonische Entwicklung der Region zu erarbeiteten. Das Studio Rheinland ist ein multidisziplinäres Forschungslaboratorium. Ausgehend vom Lehrstuhl für Architekturgeschichte und- theorie, führt es Experten aus den verschiedenen Instituten des Fachbereichs Architektur zusammen. Schwerpunkt ist dabei die Forschung nach architektonischen und regionalen Modellen, und nach dem spezifischen Beitrag der Architektur in einer übergreifenden Vision für die Region.

Spiegelungen – Moderne und Traditionen nach 1945 in der Architektur europäischer Regionen - Regionale Thematisierungen in der Architektur

Untersuchung der Nachkriegsmoderne in zwei benachbarten europäischen Regionen als Versuch, die Entwicklungen in geographisch nahen, kulturell isolierten architektonischen Kulturen nach dem zweiten Weltkrieg zu kartieren und zu bewerten. Finanzierungsantrag über das EU Programm Interreg IV wird zur Zeit vorbereitet. Ausstellung und Buchpublikation geplant für 2015/16

Handwerk, Design, Interieur, Stadt/ The crafts(wo)man and the city – forms of tacit and explicit knowledge in architecture

Theoriebildung zum Begriff des tacit knowledge in Verbindung mit dem Kollektiven in der Architekturproduktion und einer Vertiefung des Veständnisses des Baukulturbegriffs. Dies ist ein gemeinsames Projekt mit dem Zentrum Architekturarchive in Flandern (CVAa), dem Flämischen Architekturinstitut VAi, der TU Delft und der Designacademy in Eindhoven. Geplant sind eine Ausstellung und eine Publikation, beides für 2015.

zuletzt bearbeitet am: 17.05.2018